RABAUKEN ~ INTERVIEW MIT Oi!VISION

Oi!vision hatten die Möglichkeit Bernd, Sänger und Gitarrist der RABAUKEN einige Fragen über sein Musikerleben und die Vergangenheit der Band zu stellen...

Grüß Dich Bernd, Du bist Gitarrist und Sänger der Rabauken. Erzähl doch
mal was über Eure Bandgeschichte, wie fing es mit den Rabauken an und
welche Eindrücke habt ihr im laufe der Zeit gesammelt ?

Im Laufe der Zeit geht einem natürlich das ganze Politgeschwafel tierisch auf die Eier. Man kann (und will) es keinem Recht machen. Ausserdem waren Anfangs auch ein paar Konzerthauereien, was sich aber glücklicherweise total gelegt hat.
Trotzdem erhalten wir immer wieder Zuspruch aus aller Welt und für einen Musiker gibt es nichts Schöneres als auf der Bühne zu stehen und zu hören wie seine Lieder mitgesungen werden. Aus diesen Gründen lassen wir uns auch nicht unterkriegen.

Da ihr im Moment keinen Proberaum habt, sieht es wohl sehr schlecht mit
Konzerten aus - brecht ihr die Zelte ab oder besteht noch Hoffnung von einer
netten Großmutter einen geeigneten Kellerraum zum proben angeboten zu bekommen?

Tja das ist halt das grösste Problem was wir derzeit haben. Hier in Düsseldorf gibt es leider keine netten Omas mit exquisiten Kellergewölben. Die Vermieter verlangen horrende Summen, da ist die Miete meiner Wohnung teilweise billiger. Solange wir keinen Proberaum haben wird es auch keine Konzerte geben. (Ausser München was abgeasagt wurde dort stehen wir im Wort, aber ich kann wirklich nicht garantieren, dass dieses Konzert jemals stattfindet. Kein Kontakt zum Veranstalter!) Die Zelte werden auf keinen Fall abgebrochen!


Ist in naher Zukunft eine neue CD geplant bzw. dies überhaupt möglich?
Ja, wie schon eben erwähnt, planen können wir im Moment überhaupt nichts.
Es schwirren sicherlich neue Melodien in meiner Birne rum, aber die können wir halt nicht ausprobieren.
Wir werden schon was finden und dann erfreuen wir die Welt wieder mit unseren wundervollen Klängen.


Bernd, allgemein ist ja bekannt, dass Du nicht nur bei den Rabauken
sondern auch bei den Verlorenen Jungs am Schlagzeug sitzt - Wie kam es dazu?

Wir wollten Rabauken T-Shirts machen lassen, hatten aber noch kein Motiv. Da hab ich vom Zoni (Peter, Sänger der Verlorenen Jungs) Er ist ein excellenter Zeichner und wir hofften, dass er uns mit seinen künstlerischen Fähigkeiten eine Vorlage fürs Hemd zaubern kann, da er zu dieser Zeit eine wahre T-Shirt Industrie hatte. So lernten wir uns kennen.
Eines Tages rief mich Peter an und fragte ob ich nicht gerne trommeln möchte, Hab ich irgendwann mal erwähnt, dass ich mal angefangen hatte Drums in der Musikschule zu lernen. Da Musik mein Leben ist und ich auch sehr gerne trommel, sagte ich spontan zu.
Die anderen beiden (Torsten und Stefan) sind auch auf einer Wellenlänge und so stand den VERLORENEN JUNGS nichts mehr im Weg.


Gab es bisher Probleme mit den Konzertterminen beider Bands -
hast Du Dich klonen lassen oder sogar einen Zwillingsbruder?

Ich bin einmalig! Da RABAUKEN zur Zeit nichts machen, gibt es auch keine Probleme und wenn wir wieder spielen wird es so abgestimmt, dass es keine Überschneidungen gibt.


Wann und wie fing Deine musikalische Laufbahn überhaupt an und durch
welche Bands wurde sie geprägt?

Es begann damit, dass ich meine Eltern nervte und auf allen Hohlkörpern rumtrommelte die nicht Niet und Nagelfest waren. Meinen Eltern war das bald zu bunt und sie meldeten mich in der Musikschule an. Ich bewies Talent und so durfte ich bleiben und das trommeln erlernen.
Man will natürlich das Erlernte an den Mann bringen und es wurde eine Schülerband gegründet. (BLUE WATER CREEK) Dort spielte ich die Drums und wir coverten so Gassenhauer wie Satisfaction und irgend so´n Beatles Geplärre. Da war ich so ca. 13-14 Jahre alt. Wir gaben ein paar Konzerte und es war auch recht amüsant, aber die Musik war halt nicht grad der Brüller.
Wir trennten uns und ich stieg als Drummer bei einer Punkrock-Truppe ein. Den Namen weiss ich nicht mehr. Wir gaben ein Konzert in unserer Schul-Aula. Die Massen verliessen die Aula und nur ein paar Hartgesottene fingen an zu pogen. Der Keyboarder spielte das ganze Konzert volltrunken nur einen Ton und hat sich mittlerweile aufgehängt.
Nach dem Konzert war dann auch mit dieser Band Schluss.
Ich brachte mir ein paar Akkorde auf der Gitarre bei und mein Bruder Mario und ich beschlossen zusammen Musik vom Allerfeinsten zu machen. Dann wurde noch ein Trommler gesucht und in Gregor gefunden und so entstanden die RABAUKEN.
Meine musikalischen Ursprünge liegen sicherlich in der englischen Punk und OI Bewegung Anfang der 80er Jahre. Da sind Bands wie PETER & THE TEST TUBE BABIES, TOY DOLLS, 4 SKINS, COCKNEY REJECTS, BUSINESS, STIFF LITTLE FINGERS, MADNESS ..... ONKELZ, TOTE HOSEN usw.


Kommen wir auf Eure Tonträger zu sprechen ... wer schreibt bei Euch die Texte
und wie entsteht bei Euch ein Album?

Fangen wir mit den Texten an. Auf der ersten Platte haben Mario und ich noch die Texte geschrieben. Bei der "All die Jahre" und "Weltmeister" haben der Ludi und der Uhl ein paar Beiträge geliefert und auf der Letzten "Hey, mein Freund" hat hauptsächlich der Zoni die Texte verfasst. Vielen Dank an euch!
Auch der Oli schreibt hervorragende Texte wie z.B. "1000 gute Gründe" von den VERLORENEN JUNGS. Dieses Lied wollten wir zuerst spielen doch der Mario wollte nicht und so ist das Lied an die JUNGS gegangen. Zoni hat den Text noch ein bischen geändert.
Die Musik mache zu 99 % ich. Ab und an hat der Mario eine gute Idee und Oli bringt seine Sachen auch mit ein. Wie z.B die Keyboards bei "Korruption".
Sobald man etwas im Kopf hat wird es ausprobiert. In der Regel entsteht bei uns erst die Musik und dann der Text. Bei der letzten Platte war es so, dass wir im Ü-raum Tapes mit der Musik aufgenommen haben und ich dem Zoni die Tapes gegeben habe. Dann hab ich ihm noch so meine Vorstellungen vom Text mitgeteilt und in Null komma Nichts
hat er einen Text aus dem Hut gezaubert.


Eure Platte "Warte, warte nur ein Weilchen..." enthält einen Song, der mitunter
bestimmt einige negative Raktionen hervorgerufen hat und euch bestimmt aufgrund
der Cover Gestaltung in eine politische Richtung erscheinen lies -
Mit welchen Vorurteilen habt ihr heute zu kämpfen und wie denkt hier heute darüber?

Wir müssen uns immer anhören eine rechte Band zu sein. Dies hat sicherlich unterschiedliche Gründe. Zum einen ist es der Song "Unser Vaterland" den du ansprichst.
Es ist ein patriotischer Song nicht Mehr und nicht Weniger. Sicher werden wir von einigen "Politikern" deswegen immer wieder angespackt und für die Nazi Abteilung ist dieser Song auch ein gefundes Fressen. Das war von mir nicht geplant als diese Zeilen entstanden sind.
Dennoch würde ich diesen Text allein aus Prinzip genau so wieder schreiben.
Dann spielte der Oli noch Drums in der Band STARKSTROM, welche auch einen rechten Ruf und Stefan Rasche als Sänger hatte und dann grüssen wir die auch noch auf der Rabauken CD. Skandal! Ich kann nur sagen, dass ich den Stefan schon jahrelang kenne und er ein feiner Kerl ist.
Dim Records steht von jeher in der Kritik der Linken und so kommt eins zum andern.
Oftmals wird von uns verlangt das wir eindeutig Stellung beziehen. Ich denke das haben wir mit dem Lied "Revolution" bereits gemacht. Man kann es eh keinem Recht machen und so lassen wir solche Sachen aus unseren Liedern raus. Unsere letzten Konzerte sind alle sehr friedlich und ohne jeglichen politischen Scheiss abgelaufen.
Wer unsere Texte kennt weiss: Wir machen Musik und keine Politik!!!
Auf dem Cover der "Warte, warte..." ist übrigens Massenmörder Hamann bei der Verhaftung zu sehen. Soviel dazu. Politiker geht kacken!!!

Weshalb der Wechsel des Lables von Dim Records zu Oi-Hammer und wie sind
Eure Platten zu beziehen?

Der Wechsel hat keine politischen Hintergründe hähä. Wir wollten einfach mal was Neues probieren. Viele Grüsse an Uhl und sein Dim Records Imperium.
Unser Platten sind in jedem "guten" Plattenladen zu haben.

Ausserdem:

RABAUKEN
Postfach 2231
40679 Erkrath
www.rabauken.com
Oi-Hammer Rec.
Postfach 2303
59013 Hamm
Tel-Fax: 02381/31088
Dim Records
Postfach 1718

96407 Coburg

www.dimrecords.de


Wie siehst Du persönlich die deutsche Oi!-Szene bzw. die Skinhead-Szene?
Ich finde, dass alles viel zu sehr politisiert wird. Die Leute mit denen ich zusammen bin scheissen auf Politik und sehen zuerst einmal den Menschen. Es gibt zwar noch den Sammelbegriff Skinhead, aber das einzig gemeinsame der ganzen teilweise irrsinnigen Gruppierungen ist noch der Crop.
Nichts desto Trotz mache ich immer wieder gute Bekanntschaften die nicht meinen ihr "way of life" wäre der Beste.


Wie sehen die aktuellen Zukunftspläne aus?
Wir denken positiv und werden bald einen Proberaum finden. Sobald dies geschehen ist wird es auch wieder Konzerte von uns geben. Natürlich wird dann auch neues Liedgut den Markt überschwemmen.
Viele Grüsse an unsere kurzhaarige Gefolgschaft. Hätten wir nicht eure Resonnanz würde es uns schon längst nicht mehr geben!

Ein Prosit

Eure RABAUKEN


Vielen Dank für das Interview - wenn es mit dem Proberaum klappt
sehen wir uns auf dem nächsten Gig!

Interview vom 10. Juni 2001 (www.oivision.de)

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